Sommer/ Herbst 2016

Endlich wieder neue Nachrichten vom Moirhof

Endlich wieder neue Nachrichten vom Moirhof- Sonntagnachmittag und die Kinder schlafen noch, eine gute Gelegenheit…

Viele unserer wöchentlichen Hofbesucher haben es schon entdeckt: Ein neues „turmartiges Gebäude“ an der Westseite unserer Getreidehalle- was das wohl ist? Hier haben wir die schon längst dringend benötige Erweiterung unseres Getreidelagers gebaut, vier hohe Silos mit einer Gesamtkapazität von 120 to Getreide. Das Getreide wird bei uns mit unserem Mähdrescher gedroschen, dann mit Traktor und Kipper nach Hause gebracht, in der Getreidereinigung gereinigt und anschließend meist noch getrocknet. Dann wird es mit Trogkettenförderern in die jeweiligen Lagersilos befördert- jetzt endlich auch in das neue… Auf dem Dach des neuen Silos ist ein Sonnenkollektor  geplant; dadurch erzeugen wir heiße Luft, die zum Trocknen des Getreides genutzt werden kann- wieder ein kleiner Schritt in Richtung Energieautarkie.

Auf dem Feld werden wir heuer ziemlich von unseren Kartoffeln in Anspruch genommen- die wiederum leiden sehr unter den schwierigen Wetterumständen .  Dauerregen und kaum Wärme waren charakteristisch für den diesjährigen Frühling und Frühsommer, echte Hitzeperioden gab es bislang kaum. Wir jammern natürlich trotzdem auf hohem Niveau; andere Regionen hat es gerade mit Starkregenschauern viel schlimmer getroffen als uns, wir haben durch Regen bis jetzt noch überhaupt keine Ernteausfälle zu verzeichnen gehabt. Was trotzdem bleibt: Ein massiver Krautfäuledruck auf unseren Kartoffeln. Obwohl wir nach Bioland- Kriterien arbeiten, dürfen wir in solchen Situationen auch Pflanzenschutz betreiben: Erlaubt ist, wie auch im ökologischen Weinbau,  eine Behandlung mit Kupfer zur Eindämmung der Krautfäule. Bislang sind wir dreimal gefahren, trotzdem haben wir teilweise in den Beständen regelrechte Nester, die wir auch nicht mehr richtig eindämmen können. Etwas Gutes hatte der viele Regen aber dann wohl auch: Die erste Generation an Kartoffelkäfern ist wohl „ersoffen“, sodass wir mit nur einer „Neem- Öl- Behandlung“ nahezu käferfreie Bestände haben. Unsere Frühkartoffeln waren heuer schon sehr früh in der letzten Juniwoche erntereif, leider waren sie am Anfang noch sehr fäulisbelastet durch die Krautfäule auf den Kartoffeln, jetzt, in der dritten Juliwoche sind sie endlich weitestgehend stabil. Kartoffeln bilden mit zunehmendem physiologischem Alter eine gewisse Alterstoleranz gegen Krautfäule aus, davon werden wir bis zur Ernte auf jeden Fall profitieren und sind uns momentan ziemlich sicher, dass wir unsere Kartoffeln- dem Wetter zum Trotz- sauber ins Lager bringen.

Wenn wir schon beim Regen sind: Auch bei unserem  Hoffest konnten wir heuer einen großen Anteil der Besucher aus der „Regenschirmkategorie“ verzeichen.  Doch trotz Dauernießelregen  hatten wir einen überraschend hohen Besucherandrang und das hat uns dann diesmal ganz besonders gefreut!  Danke an dieser Stelle nochmal an alle Unerschrockenen, die uns im wahrsten Sinn des Wortes „nicht im Regen stehen lassen haben“.

Seit gut einem Jahr betrieben wir nun unsere kleine Hofbackstube, in der wir jede Woche unser frisches Brot backen. Hier bin ich mittlerweile nicht mehr allein, einen Teil der Arbeit übernehmen meine Mitarbeiterinnen Simone und Katja und so darf ich doch mal wieder länger schlafen… Eine kleine Bitte an alle Hausfrauen und Backbegeisterten: Ich bin auf der Suche nach leckeren Blechkuchenrezepten aus Omas Rezeptbüchern- wer was hat, ich würde mich freuen wenn ihr mir eine Kopie überlassen würdet, dann gibt’s Omas Lieblingskuchen vielleicht bald im Hofladen…Bitte beachten: Der Kuchen muss ungekühlt lagerbar sein, da wir keine gekühlte Theke für Kuchen besitzen… Im September werde ich selber eine Woche gar nicht auf dem Hof anzutreffen sein, da fahre ich nach Cham und arbeite eine Woche in der Backstube der Bäckerei Hutterer mit- lassen Sie sich überraschen was ich da so alles mitbringe.

Auch in unserer Metzgerei tut sich immer etwas: Nachdem viele unserer Kunden begeisterte Smokerbesitzer und Grillfreunde sind, haben wir uns hier ein bisschen mit den verschiedenen amerikanischen Zuschnitten beschäftigt und ich kann Ihnen garantieren: Jeden Zuschnitt, den es an so einem Tier gibt, kriegen wir hin. Egal ob Flanksteak, Onglet, Flat Iron oder Kachelfleisch- ich habe hier so eine Art neues Hobby entdeckt und bin momentan noch ganz begeistert, wie viele tolle Stücke es gibt, die wir Deutschen doch eher nur als Gulasch oder gar Hackfleisch kennen. Wer also was besonderes will: Name aufschreiben, evtl . Bild dazu und dann in den Hofladen kommen und bei Kathi nachfragen…

Unsere Rindfleischseminare gehen übrigens heuer in die zweite Runde- einige Seminare werden im Herbst/ Winter in unserer Hofküche stattfinden. Und weils so Spaß gemacht hat, planen wir auch Seminare zum Thema Schwein, Wild, Bratwürstel und Brot backen… Neu ist übrigens auch, dass einige unserer Seminare jetzt auch über die Volkshochschule Augsburg angeboten werden, am Di, 08.11.16 ein Bratwurstseminar und am Mi, 07.12.16 ein Rindfleischseminar. Anmeldungen hierfür direkt bei der VHS.

Wild finden  Sie übrigens bei uns in der Metzgerei  jetzt wieder immer öfter. Auch gefroren haben wir immer einen kleinen Vorrat da. Ich habe selbst wieder angefangen aktiv auf die Jagd zu gehen und bringe so auch hin und wieder ein Stück Wild zur Strecke, außerdem werden wir von der Biobauern- und Jägerfamilie Meitinger aus Großaitingen mit frischem Wild versorgt. Besonders lecker jetzt in der Grillsaison ist auch Reh vom Grill, hier eignen sich Rücken und Keule besonders gut und ein Scheibchen geräuchertes Bödele macht das Ganze dabei schön saftig. Probieren Sies doch mal aus!

Einen neuen Rekord an Besuchern kann heuer unser „Erlebnisbauernhof“ verzeichnen, wir hatten noch nie so viele Schulklassen zu Besuch auf unserem Bauernhof- und gleichzeitig so viele Klassen, denen wir eine Absage erteilen mussten, da wir ausgebucht sind… Also an dieser Stelle ein Appell an alle Lehrer und Interessierte:  Wir freuen uns sehr, wenn ihr unseren Bauernhof besuchen wollt, aber bitte habt Verständnis dafür, dass wir nicht alle im Juli zwei Wochen vor Schulende am besten nach Notenschluss kommen lassen können… Eine Terminvereinbaung sollte am besten ca. 4 Monate vor dem gewünschten Termin stattfinden und natürlich machen wir Hofführungen auch im Frühjahr oder Herbst …Also lasst euch nicht entmutigen!!!

Heuer hatten wir auch so viele Praktikanten wie noch nie zuvor, für uns persönlich eine Art Experiment- funktioniert das überhaupt auf unserem Hof? Die Antwort können wir uns mittlerweile eindeutig geben: Ja! Wir haben tolle Menschen kennengelernt und es war of t für beide Seiten eine „Win win- Situation“. Auch unsere beiden Mädels Klara und Franziska finden Praktikanten ganz toll. Auch nächstes  Jahr nehmen wir wieder Schülerpraktikanten und Waldorfschüler für Landwirtschaftspraktika auf. Bei Interesse bitte möglichst bald schriftlich bewerben, da wir immer sehr viele Anfragen bekommen. Wann immer räumlich möglich, vereinbaren wir einen „Schnuppertag“ um sehen, ob „die Chemie stimmt“

Eine besondere Ehre wurde uns kürzlich auch erteilt: Jedes Jahr wird der „Ceres Award“ an besonders innovative Landwirte vergeben. Mit meinem Konzept der „synergistischen Verknüpfung verschiedener Betriebszweige“ habe ich mich beworben und promt wurden wir in der Kategorie „Unternehmer“ nominiert. Die feierliche Preisverleihung und endgültige Bekanntgabe des Gesamtsiegers findet im Oktober in Berlin statt. Darüber und darauf freuen wir uns natürlich sehr!!

So, genug für jetzt. Die Mädchen sind wach und jetzt machen wir unseren Sonntagsausflug zum Kartoffelacker und schauen mal, was sich da so tut… Bis zum nächsten Mal

Ihre Kathi Mayer  

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